187 – Neubauten Stiftung Schürmatt

Neubau
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren
2.Preis

Die Aufgabenstellung forderte eine Lösung für Wohngebäude, die annähernd baugleich an zwei verschiedenen Standorten umgesetzt werden können. Im Falle eines Umzugs innerhalb der Stiftung, sollte dieser keine grosse Umstellung und Eingewöhnung für die Bewohnenden auslösen.

Setzung

Die drei neuen Wohnhäuser werden zwischen die Schule und die bestehenden Bauten, das Restaurant Apunto und die Werkstätten, locker in den Hang eingefügt. Besonderer Wert wird auf den Erhalt des wertvollen Baumbestands gelegt, der durch die gewählte Anordnung geschützt bleibt. Ein organisch angelegtes Wegnetz verbindet die Neubauten mit den bestehenden Gebäuden. Durch eine gestaffelte Anordnung der Baukörper fügen sich die Wohnhäuser harmonisch in die Topographie ein, betonen die Hauseingänge und stärken so die individuelle Adressbildung. Alle drei Neubauten entstehen in Holzbauweise, jeweils auf einem betonierten Fundament gegründet.

Wohnkonzept

Die beiden Wohnhäuser, eines für Jugendliche, eines für Erwachsene, werden baugleich ausgeführt und hangseitig über einen gemeinsamen Weg erschlossen. Ein zentraler Eingangs bereich führt direkt zu Aufzug und Haupttreppe. Hier befinden sich auch die Räumlichkeiten für die Teamleitung sowie das Dienstzimmer. Weitere Serviceräume wie Pflegebad, Ausguss, Ruheraum und Beschäftigungsbereich sind ebenfalls zentral und gut erreichbar angeordnet. Die beiden Wohngruppen schließen sich seitlich an diesen zentralen Bereich an. Diese Anordnung ermöglicht es, dass jeweils zwei Wohngruppen von einer Doppelteamleitung betreut werden können. Eine großzügige Garderobe liegt unmittelbar beim Eingang.
Die privaten Zimmerbereiche mit Bad sowie die hellen, einladenden Wohnräume sind über ein umlaufendes Erschliessungsband miteinander verbunden. Wohnzimmer sowie Kochund Essbereich besetzen die beiden attraktiven Ecklagen des Gebäudes. Sie sind räumlich über den großzügig dimensionierten Erschließungsbereich verbunden, lassen sich bei Bedarf aber auch vom Korridor abtrennen. Im Zentrum befindet sich ein Kern mit Reduit und Putzraum. Die beiden Freizeiträume im Sockelgeschoss verfügen über einen direkten Zugang zum Außenbereich

Materialisierung

Warme Materialien und eine angenehme Farbgebung prägen die Innenräume. Die sichtbare Holzkonstruktion sowie die Fenster erhalten einen farbigen Anstrich, während eingefärbte Betonkerne der Orientierung dienen. Ein durchgehender Holzparkettboden verbindet die Räume miteinander und schafft eine einladende Atmosphäre. Die Wände sind in einem klaren Weiß gehalten. Zwischen den Holzrippen der Decke kann bei Bedarf eine schallabsorbierende Akustikdecke eingebracht werden, die insbesondere im Wohn- und Essbereich für eine angenehme Raumakustik sorgt. Die massiven Betonkerne und die klimatisch aktivierte Holzbetonverbunddecke dienen als Speichermasse und gewährleisten ein behagliches Raumklima. Ein textiler Sonnenschutz schützt in den Sommermonaten zuverlässig vor Überhitzung.

Gebäudehülle

Vom auskragenden Vordach staffelt sich die Fassade Ebene für Ebene zurück, bis der eingefärbte Betonsockel den sanften Übergang zum Gelände bildet. Eine vertikale, grün gestrichene Holzschalung verbindet die beiden Obergeschosse und wird seitlich von einem Leibungsbrett gefasst. Die leicht zurückgesetzten Brüstungsbänder sind in einem zarten Salbeigrün gehalten, während die Dachuntersicht, wie auch das Leibungsbrett mit unbehandeltem Holz verkleidet wird. Das großzügige Vordach schützt die Holzfassade nicht nur konstruktiv, sondern unterstreicht auch die harmonische Einbindung der drei Wohnhäuser in die landschaftlich geprägte Umgebung.

Projektdaten

Ort Zezwil / Gontenschwil
Bauherr Stiftung Schürmatt
Programm Neubau
Jahr 2025